Z-SYSTEM / NZ-COM / Z3PLUS

von Jörg Linder

Diese Begriffe sind vielleicht schon manchem aufgefallen. Insbesondere jenen, die des öfteren mit amerikanischer CP/M-Software zu tun haben. Aber auch im Zusammenhang mit dem KC-Fragebogen ist die Frage aufgetaucht, was das sein soll.

Es handelt sich dabei um einen Ersatz des CCP vom CP/M bzw. auch des BDOS. Die Fähigkeiten des Betriebssystems werden dadurch erweitert. Der Begriff "Z-System" ist sozusagen der Oberbegriff, mit dem (unter anderem) folgende Erweiterungen gemeint sind:

  • Zugriff auf alle Userbereiche problemlos möglich
  • Suchpfad für Dateien
  • standardisierte Terminalschnittstelle
  • benannte Verzeichnisse
  • selbstdefinierte Makros und Aliase für komplizierte Kommandos
  • Größe des Z-Systems kann selbst festgelegt werden

Man kann an diesen Möglichkeiten erkennen, daß das Z-System wesentlich komfortabler ist, als das "normale" CP/M. Weil es nur auf das alte System aufgesetzt wird, bleibt es voll kompatibel. Doch wie sieht denn nun die Arbeit mit dem Z-System aus?

Grundsätzlich ist Laufwerk A:, Userbereich 0 das Bezugslaufwerk. (Für KC-User besonders günstig, da RAM-Floppy besonders schnell.) Alle Dateien, die sich dort befinden werden vom System automatisch von allen anderen Laufwerken und Nutzerbereichen aus gefunden. Ist dieses Verfahren nicht erwünscht, läßt es sich durch folgende Kommandozeile leicht ändern:

A0:>PATH $$: C0: C1: DBASE: A0:

In diesem Kommando tauchen gleich drei Neuheiten auf:

  1. Beim Z-System wird immer Laufwerk und Userbereich im Prompt angezeigt, auch bei User 0.
  2. Die Angabe "$$" stellt auch eine Laufwerks- und Userangabe dar, nämlich die aktuellen Werte. Ist man also in B5:, wird zunächst B5: durchsucht; bei A7: logischerweise A7: usw.
  3. Was soll das "DBASE:" dazwischen? Naja, das war früher mal E3: und wurde umgetauft, weil dort alle dBase-Dateien zu finden sind. Dieses "DBASE" erscheint im Prompt, wenn man sich dort befindet.

Nachdem wir nun den Suchpfad für die Dateien festgelegt haben, wäre es an der Zeit, eines der vielen Z-System Tools auszuprobieren. Beim Aufruf von ZFILER, VLU oder ZPATCH sieht man gleich, wie effektiv diese Programme von den Möglichkeiten der Blockgrafik Gebrauch machen.

Mit VLU ist es möglich, Bibliotheken (*.LBR) anzusehen, Dateien daraus zu extrahieren oder selbst eine Bibliothek zusammenzustellen. Gleich nebenbei kann man die Dateien dazu Crunchen.

ZFILER ist eine sogenannte Shell (zu deutsch: Schale, Hülle). Derartige Programme tragen sich in einem bestimmten Speicherbereich ein (dem Shell-Stack). Innerhalb einer Shell können andere Programme aufgerufen werden. Sind diese beendet, wird automatisch die letzte Shell wieder aktiviert. ZFILER bietet z. B. alle Dateien des aktuellen Laufwerk-/Nutzerbereiches auf dem Bildschirm an. Man kann die Dateien kopieren, umbenennen, löschen usw. oder auch ein (selbstgeschriebenes) Makro darauf anwenden. Damit sind komplexe Aufgaben immer wieder mit nur einem Tastendruck ausführbar! Eine weitere Shell mit einem ganz anderen Konzept wäre z. B. HSH. HSH steht für History Shell. In einer speziellen Datei werden die letzten Kommandozeilen abgepeichert, die dann mittels Cursortasten zurückgeholt und editiert werden können (ähnlich DOSKEY unter MS-DOS).

Viele Z-System-Programme brauchen den Vergleich mit MS-DOS-Programmen nicht scheuen. Spätestens das Z-System ist der Beweis, daß man auch mit 8 Bit fabelhafte Software produzieren kann.

Hat man dann genug vom Z-System, gibt man einfach OFF ein, und schon befindet man sich im guten alten CP/M (MicroDOS). Allerdings empfindet man es dann erfahrungsgemäß eher alt als gut. Man gewöhnt sich sehr schnell an Komfort!

Alles schön und gut werden jetzt viele denken, aber wo bekommt man das Z-System? Was gehört alles dazu?

Vor einigen Jahren war es zur Installation eines Z-Systems notwendig, mehrere kByte Assemblerquelltext an das eigene CP/M-System anzupassen. Inzwischen gibt es jedoch die automatischen Z-Systeme bei:

Helmut Jungkunz, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Dank seiner CPU280 kann er so ziemlich jedes Diskettenformat lesen und schreiben (auch unser KC-Format). Bevor man bestellt, muß man natürlich wissen, welches System man braucht.

  • NZ-COM für CP/M 2.2 (auch unser MicroDOS 2.6)
  • Z3PLUS für CP/M 3 (bekannt als CP/M PLUS)

Der Preis für das die Programmpakete hängt vom gewünschten Lieferumfang ab. Neben einer Diskette mit allen Dateien zum Z-System sowie jeder Menge Utilities kann man auch ein deutsches Handbuch und einen Satz Disketten mit zahllosen, sofort lauffähigen COM-Dateien bekommen. Zusätzlich hat man ab sofort die Möglichkeit, über seinen Verteiler (gegen die puren Unkosten) über 50 MB (!) PD-Software zu erhalten.

Nach so vielen Lobeshymnen macht sich bestimmt Skepsis breit. Ich bekomme keine Prozente, aber ich arbeite selbst mit dem Z-System und würde mich mit Händen und Füßen wehren, wenn ich es wieder hergeben sollte.

An dieser Stelle möchte ich noch ganz besonders Mario Leubner danken, der solch wunderbare Programme wie ZAS schreibt. Damit wird unser KC speziell unter dem Z-System aufgewertet. Die IBM-Blockgrafik und die schnellen Invers-Routinen sind ein wahrer Augenschmaus bei Z-System-Programmen, die ausgiebig davon Gebrauch machen. ZAS und dazugehörige TCAP-Dateien für den KC gibt es bei Mario Leubner, Helmut Jungkunz oder bei mir.