KC85 – Netzteil Umrüstbausatz

Variante 1

Karsten Schlaeth

Nötige Vorbereitungen im Gehäuse:

1. Ausbauen des Original Netzteiles aus dem Gehäuse.



2. Ausbauen der Metalltrennwand und des Metallträgers.





3. Abtrennen der beiden Metallwinkel (geht am besten mit einer Flex / Winkelschleifer).





Dabei gibt es je nach Gehäuse zwei verschiedene Ausführungen !!!

Bei der einen Ausführung ist der Metallwinkel angeschweißt, siehe Bild.

Bei der anderen Ausführung ist der Metallwinkel mit drei Nieten genietet.

Die genietete Ausführung ist am einfachsten, einfach die Nieten auf der Seite der Metalltrennwand, die zur Basisplatine zeigt, mit der Flex vorsichtig abschleifen.
Dann nur noch einmal kurz mit einem Hammer gegen den Metallwinkel schlagen und der Metallwinkel fällt ab.

Zurück bleiben drei Löcher in der Metalltrennwand, das war es.



4. Nun die Metalltrennwand und den Metallträger wieder ins Gehäuse einbauen.



Nötige Vorbereitungen am Gehäuse:

1. Zeichnet nun nach beiliegender Skizze die grüne Schnittlinie auf der Rückblende an.
Die rote Linie soll das Endresultat darstellen, also den maximalen Ausschnitt.
Deshalb müsst Ihr für die grüne Schnittlinie 1 mm bis 2 mm dazu oder abrechnen.
Die 1mm bis 2mm werden dann durch eine feine Feile abgefeilt, bis zum maximalen Ausschnitt, den Ihr am besten nur ganz dünn oder mit einer spitzen Reißnadel anzeichnet.

2. Nun holt Ihr Euren Dremel raus und bestückt Ihn am besten mit einer Diamantscheibe, die geht wie Butter durch die Blende, deshalb ist Vorsicht geboten.

Ihr solltet dafür eine ruhige Hand haben, damit Ihr nicht zu weit schneidet !!!

Die Aufgeklebte Rückblende dient beim Schneiden mit dem Dremel zugleich als Kühlung für die darunter liegende Plaste vom Gehäuse, dadurch schmiert sie nicht so.
Denn es wird beim Schneiden ein kleines Stück Plaste vom Gehäuse rausgeschnitten.

3. Wenn Ihr mit dem feilen fertig seid, gibt es ganz links, wenn Ihr durch den Ausschnitt ins Gehäuse schaut, noch zwei dünne, schräge Plastestege. Die müsst ihr noch mit einem Katermesser ausklinken oder mit dem Dremel abschleifen. Sonst passt nachher das Netzteil nicht richtig rein, denn das muss hinten an der Rückwand (Plastegehäuse) anliegen.



Nachbestückung des Netzteiles für die -5V:

1. Öffnet vorsichtig das Gehäuse des Netzteiles und entfernt vorher noch den schwarzen Plastering, wo der Kabelbaum durchläuft. Anschließend löst Ihr die Schrauben von der Hauptplatine im Netzteil und zieht die Hauptplatine vorsichtig raus.



2. Nun entfernt ihr erstmal den kompletten Kabelbaum, indem Ihr Ihn auslötet.

Achtung !!!

Die fünf dünnen Kabel, die zum 5-poligen Molex-Stecker gehen, werden nicht ausgelötet !!!


Der 5-polige Molex-Stecker mit den 5 dünnen Kabeln wird noch benötigt, denn er wird später auf die rote Trägerplatine gesteckt.

3. Nun habt Ihr erstmal den nötigen Platz um den Bestückungsdruck zu begutachten und die noch fehlenden Bauteile für die -5V auf der Hauptplatine zu bestücken.

- Sucht die Bezeichnungen D11 und D12, hier werden die beiden Dioden, 1N4934, eingelötet.

Achtet darauf, dass Ihr die Dioden richtig herum einlötet, achtet auf den Platinenaufdruck !!!

- Sucht nun die Bezeichnung L9, hier wird die stehende Induktivität mit 100 µH eingelötet, und die Bezeichnung C24, hier wird der Elko 470µF / 25V eingelötet.

Achtet auf die richtige Polung des Elko, die schraffierte Seite beim Platinenaufdruck ist Minus !!!

- Lötet nun noch die Drahtbrücke JP8 auf der Hauptplatine des Netzteils ein.
Dazu eignen sich die abgeschnittenen Drähte des Elko 470µF / 25V, weil sie etwas dicker sind.

4. Als nächstes könnt Ihr die mitgelieferten Aderleitungen einlöten.
Rot = +5V, Weiß = -5V, Gelb = +12V, Schwarz = GND (Masse)

Schaut genau auf den Platinenaufdruck, dort findet Ihr die Stelle wo die -5V Leitung eingelötet werden muss !!!

Und nun habt Ihr noch die Qual der Wahl…

Wenn Ihr einen nervigen lauten Lüfter bevorzugt, dann lasst Ihr die Rote und die
Schwarze Leitung, die vom Lüfter kommt, an der kleinen senkrechten Platine eingelötet. Wenn Ihr es angenehm leise haben wollt, dann lötet Ihr die Rote und die Schwarze Leitung, die vom Lüfter kommt, an der kleinen senkrechten Platine ab und lötet sie bei den +5V (Rot) und GND (Schwarz) ein. So wird der 12V-Lüfter nur mit 5V Spannung versorgt und dreht wesentlich langsamer.
Wenn Ihr damit fertig seid, sieht die Hauptpatine wie folgt aus.



5. Nun ist die längliche senkrechte Zusatzplatine dran.
Schaut Euch wieder genau den Bestückungsdruck an !!!

- Sucht die Bezeichnung EU3, da lötet Ihr den negativ Spannungsregler L7905CV ein. Bitte nicht ganz liegend einlöten, sondern etwas schräg nach oben stehend, damit die Luft besser zirkulieren kann, um den nötigen wärme Abtransport zu gewehrleisten.

- Nun sucht Ihr EC11, da lötet Ihr den Elko 47 µF / 16V ein.

Achtet auf die richtige Polung des Elko, die schraffierte Seite beim Platinenaufdruck ist Minus !!!


- Lötet nun noch die Drahtbrücke EJ2 auf der länglichen, senkrecht stehenden Zusatzplatine ein. Dazu nehmt Ihr am besten wieder das 2. Stück Draht, was Ihr beim großen Elko, nach dem einlöten, abgeschnitten habt.

Und kommt bitte nicht auf die Idee, an dem kleinen orangen Trimmer / Regler, der sich bei dem negativ Spannungsregler befindet,
herum zu drehen !!!

Finger weg !!! :D

Und wenn Ihr damit fertig seid, sieht das ganze wie folgt aus.



6. Nun könnt Ihr die Hauptplatine wieder vorsichtig ins Netzteil einbauen. Achtet dabei bitte auf die Isolationsfolie, dass sie nicht verschoben ist, bevor Ihr die Hauptplatine wieder fest schraubt.

Nun könnt Ihr das Netzteil wieder schließen. Aber achtet darauf, dass alle Aderleitungen, auch die mit dem 5-poligen Molex-Stecker, diesmal nach hinten raus geführt werden und nicht mehr an der Seite, wie vor dem öffnen des Netzteiles. Der schwarze Plastering wird nicht mehr benötigt, den könnt Ihr wegschmeißen, da er in die Kabelöffnung, auf der Rückseite des Netzteiles, nicht passt.



Vorbereiten der Roten Trägerplatine:

1. Zuerst lötet Ihr auf die Lötseite der Roten Trägerplatine die 5 Stück Messingmuttern an. Wegen der großen Wärmeentwicklung beim verlöten der Messingmuttern, kommen diese vorzugsweise als erstes dran.

Dies macht sich am besten, in dem Ihr die Messingmuttern mit 5 Stück Schrauben M3 handfest anzieht, so sind die Muttern beim löten fixiert. Achtet darauf, dass die Messingmutter beim festziehen der Schraube ziemlich mittig auf dem Löt-PAD sitzt. Sonst nochmal etwas nachjustieren.

Zum festlöten der Messingmuttern stellt Ihr den Lötkolben auf ca. 350 Grad bis 400 Grad ein. Wenn der Lötkolben auf die gewünschte Temperatur vorgeheizt wurde, haltet Ihr die Lötkolbenspitze an die eine Seite der Messingmutter, so ca. 5 Sekunden.
Auf die gegenüberliegende Seite der Messingmutter haltet Ihr das Lötzinn. Wenn die Messingmutter heiß genug ist, merkt Ihr wie das Lötzinn anfängt zu fließen. Zieht nun das Lötzinn großzügig um die Messingmutter herum. Wenn das Lötzinn gleichmäßig um die Messingmutter herumgelaufen ist, könnt Ihr den Lötkolben wegnehmen.







2. Als nächstes werden die restlichen Bauteile auf der roten Trägerplatine bestückt.
Es werden aber nicht alle Bauteile bestückt, die auf dem Bestückungsdruck zu sehen sind, da diese Trägerplatine eine Kombiplatine für Variante 1 & Variante 2 darstellt.

Für diese Variante, Variante 1, werden folgende Bauteile bestückt:

- R001 & R002    =    4,7 K
- R003        =    330 Ohm
- D001        =    14-poliger IC-Sockel
- C001 & C003    =    100 nF
- X002        =    5-polige Molex-Stiftleiste
- S001        =    Netzschalter
- VD001        =    LED 5mm, ROT

Vorzugsweise werden die Bauteile in dieser Reihenfolge bestückt.

Nun ist nur noch der IC „74HCT00“ auf den IC-Sockel zu stecken.

Aber bitte nicht falsch rum, sonst wird er nach dem Einschalten sofort
zerstört !!!




3. Nun wird der Schalterknopf vom alten Netzschalter abgezogen und auf den neuen Netzschalter gesteckt. Hierbei werdet Ihr merken, dass er ziemlich locker sitzt.

So kann das natürlich nicht bleiben !!!

Also den Schalterknopf wieder runter ziehen und aus Omas Nähkästchen eine Rolle Zwirn mopsen und dann etwas großzügiger vorne um den Schalter wickeln, wo der Schalterknopf rauf kommt. Nun werdet Ihr beim raufstecken merken, dass es schon wesentlich schwerer geht.

Ich würde Euch auf keinen Fall empfehlen den Schalterknopf mit Kleber fest zu kleben, denn auch dieser Schalter kann irgendwann mal kaputt gehen !!!

4. Nun könnt Ihr die Rote Trägerplatine an der Unterseite Eures Gehäuses positionieren und erstmal mit 4 Schrauben befestigen.

Und was ist mit der 5. Schraube los ??? ;-)

Dafür ist nämlich noch kein Loch vorhanden und deshalb könnt Ihr zum Beispiel mit einem Edding nun die Stelle auf dem Metallträger markieren und anschließend die Trägerplatine und den Metallträger wieder raus bauen und mit einem 3 mm Metallbohrer an der markierten Stelle ein Loch bohren.

Nun alles wieder einbauen und festschrauben, fertig.



Einbau des Netzteiles:

1. Nun dürft Ihr Euer nachbestücktes Netzteil von oben, leicht schräg in Eurem Gehäuse versenken. Passt bitte auf den Netzschalter auf, es ist ziemliche Millimeterarbeit. Wenn das Netzteil richtig sitzt, kontrolliert noch einmal die Rückseite des Gehäuses, ob alles passt.

Sonst nochmal nacharbeiten !!!

Nun könnt Ihr das Netzteil mit den Zoll-Schrauben auf der Unterseite verschrauben.

2. Als nächstes bindet Ihr die Aderleitungen mit dem Molex-Stecker ordentlich mit Kabelbindern zusammen und steckt den 5-poligen Molex-Stecker auf die 5-polige Stiftleiste.

Nun bindet Ihr die 4 Aderleitungen zusammen, die zum Stromversorgungsstecker des KC85 oder D004 (D008) gehen. Achtet bitte darauf, dass Ihr, wie auf dem Bild, eine extra Schlaufe legt, damit Ihr dann später, wenn die D008 fertig ist die 4 Aderleitungen nochmal nachziehen könnt. Denn für die neue D008 und auch für den neuen KC85, den es irgendwann mal geben wird, werden die beiden Stromversorgungskupplungen benötigt, die nun noch über sind.

Also gut weg packen !!!

Deshalb bitte nicht die 4 Aderleitungen zu kurz abschneiden und die extra Kabelschlaufe nicht vergessen !!!



5. Nachdem Ihr die 4 Aderleitungen schön zusammen gebunden habt und auch die Kabelschlaufe nicht vergessen habt, könnt Ihr nun den KC-Stromversorgungsstecker anlöten.

Achtet bitte auf die Belegung der Kabel, sonst kommt Ihr nicht mehr zum Testen des neuen Netzteiles, da Eurer KC85 oder D004 im schlimmsten Fall sofort zerstört wird !!!

6. Nachdem Ihr den KC-Stromversorgungsstecker angelötet habt, die Kabelbelegung geprüft habt und Euch ein Kaltgeräte Stromversorgungskabel für Euer Schaltnetzteil besorgt habt, messt bitte erst nochmal die Spannungen am
KC-Stromversorgungsstecker nach.

Nicht gleich den KC-Stromversorgungsstecker in den KC85 oder D004 (D008) stecken, erst die Spannungen messen  !!!


Wenn alles in Ordnung ist, und die richtigen Spannungen anliegen dann dürft Ihr nun den KC-Stromversorgungsstecker in Euer Gerät stecken und das Netzteil anschalten.

Wenn der KC85 oder D004 (D008) nun wie gewünscht funktionieren, habt Ihr es endlich geschafft.

Herzlichen Glückwunsch !!!


7. Nun werdet ihr noch 4 kurze Enden von den 4 Aderleitungen übrig haben, bitte nicht wegwerfen !!!

Denn diese sind für die neue D008 bzw. für den neuen KC85 gedacht und natürlich die 2 Stück Stromversorgungskupplungen, die pro Bausatz bei liegen, auch.

Später, wenn Ihr den D008-Bausatz habt, müsst Ihr dann den alten KC-Stromversorgungsstecker wieder ablöten und wie auf dem folgenden Bild das Kabel neu konfektionieren.



Weil die Aderleitungen einen zu großen Querschnitt haben, müssen sie in den beiden Stromversorgungskupplungen gut verlötet werden, pressen wird nicht funktionieren.


Nun wünsche ich Euch noch viel Spaß beim basteln und gutes Gelingen !!!


Falls trotz meiner umfangreichen Dokumentation noch Fragen auftauchen sollten, fragt mich einfach.


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Mit freundlichen Grüßen
Karsten Schlaeth